Das Stück beginnt mit frischer Farbe. Diese entdeckt Henry, Butler von Astrid de Wanzenried, an ihrem angeblichen Gemälde von Gauguin. Als er darauf die Polizei informiert, schöpft Wachtmeister Grimm sofort Verdacht. Er vermutet, es mit der berüchtigten Tiger-Lilly zu tun zu haben, einer international gesuchten Betrügerin, die zusammen mit einer Komplizin ahnungslose Neureiche verführt und ihnen gefälschte Bilder verkauft. Sobald die beiden Herren in der Villa der Frau eine Wanze versteckt haben, taucht auch schon deren Nichte Evelyne mit ihrem neuen Verehrer auf. Dieser ist – rein zufällig – kunst-begeistert und interessiert sich sofort für den wunderschönen Gauguin der Madame. Es folgt ein Katz-und-Maus-Spiel mit vielen Überraschungen zwischen der Polizei und den Kunstfälscherinnen. Die Zuschauer können sich auf viel Spannung und Humor gefasst machen, denn schliesslich ist im Stück niemand der, welcher er zu sein scheint.

Der AutorDer Theaterautor Hans Gmür wurde mit Komödien und kabarettistischen Radiosendungen bekannt. Insgesamt schrieb der Bündner über 50 Stücke und Musicals. Der am 1. Februar 1927 in Chur geborene und aufgewachsene Hans Gmür wechselte bereits als Student an der Uni Zürich von der E- zur U-Kultur und schrieb Texte für das Cabaret Fédéral. Gemeinsam mit Co-Autor Karl Suter und Komponist Hans Moeckel realisierte Gmür Musicals am Zürcher Hechtplatz-Theater: "Bibi Balù", "Golden Girl" und "Z wie Züri" waren Grosserfolge. Nebenbei schrieb er seit 1964 "Unwahre Geschichten" für die Weltwoche. Den Abstecher als Chefredaktor der Frauenzeitschrift Annabelle von 1966 bezeichnete Gmür später als "seltsamsten" Posten seiner Karriere. Gmür arbeitete mit Koryphäen wie Werner Wollenberger, Max Rüeger oder Charles Lewinsky zusammen. Zürcher Boulevard-Theater-Grössen wie Stephanie Glaser, Jörg Schneider, Ursula Schaeppi, Ines Torelli oder Paul Bühlmann spielten in seinen Stücken. Als Höhepunkt seiner Karriere bezeichnete Gmür die Goldene Rose von Montreux, die er 1969 für die Fernsehfassung der Revue "Holiday in Switzerland" erhielt. Oder "Helden Helden", ein Musical nach George Bernard Shaw, das er mit Udo Jürgens schrieb und das am "Theater an der Wien" uraufgeführt wurde. 1974 gründete er den jeweils von ihm moderierten Bernhard-Apéro im gleichnamigen Theater. Als Autor war er bis zuletzt aktiv, total schrieb er über 50 Stücke.